Auswärtstermin mit dem E-Max 90 S
von: Alternative Motion / jh
Es ist schon ein komisches Gefühl. An diesem kalten Samstag Morgen sitze ich auf dem E-Max 90 S und bewege mich fort. Einfach so. Kein Verbrennungsmotor nimmt seine Arbeit auf sobald ich am Gas ziehe, kein Geräusch stört das Zwitschern der Vögel.
Perfekter Stoff für einen verwirrenden Traum eigentlich. Die gefühlten minus 20 Grad Celsius und meine völlig unterkühlten Finger zerstören diese Illusion aber schon nach wenigen Metern. Viel zu real ist das Gefühl auf diesem ungewöhnlichen Roller zu sitzen. Viel zu spaßig ist es, die fragenden Blicke der wenigen Menschen im Industriegebiet von Weiden in der Oberpfalz, in dem der Vertriebspartner SAP System Auto Parts von E-Max sitzt, zu beobachten.
Viele werden sich im ersten Moment, in dem sie mich und meinen elektronischen Begleiter nur hören und nicht sehen können, fragen, seit wann sie eigentlich eine Straßenbahn haben. Denn genau daran erinnert mich der E-Max. Das leise, elektronische Surren ist ganz typisch für eine abfahrende Elektrobahn.
Nur dass das Fahren auf dem E-Max deutlich mehr Spaß macht. Beengendes dicht an dicht wie ihn der Straßenbahn – Fehlanzeige. Vielmehr weht einem der kühle Wind um die Nase, der den Duft von frischer Luft transportiert. Und das ist wohl auch einer der größten Vorteile des E-Max: Er stinkt nicht. Und er qualmt nicht.
Völlig emissionslos gleitet man mit dem Elektro-Roller dahin. Und das immerhin 50 Kilometer am Stück. Dann muss der 90 S ans Netz, Strom ziehen. Das Ladegerät ist dabei immer an Bord, Platz findet es in einem Gepäckabteil unter dem Sitz. Wer mehr Reichweite braucht, der greift zum Schwestermodell des E-Max 90 S – dem 110 S. Bis auf die unterschiedlich starken Batterien unterscheiden sich die Modelle nicht.
Drei bis vier Stunden hängt der E-Max an einer handelsüblichen Steckdose, dann kann es wieder los gehen. Die Batterie speist den Radnabenmotor im Hinterrad des E-Max. Dieser mobilisiert cirka fünf PS und steht einem Roller mit Verbrennungsmotor in Sachen Leistung so in nichts nach.
Und so gibt es auch beim großen Bruder eine Extra-Portion Fahrspaß. Dafür sorgt mein persönliches Lieblings-Feature – der „Boost“-Knopf. Solange man diesen gedrückt hält, geht es auf dem E-Max verstärkt zur Sache. Die Beschleunigung verbessert sich spürbar und an der Ampel lässt man damit sicher einige Autos stehen. Das Problem der kleinen Roller ist leider nur ihre gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. Und so macht auch der E-Max 90 S brav bei 45 Kilometer pro Stunde dicht. Und die Autos kommen im Rückspiegel ganz schnell wieder sehr viel näher.
Das Lachen bekommt an diesem Morgen aber keiner mehr aus meinem Gesicht. Ein revolutionäres Gefühl völlig unabhängig von Tankstellen und Spritpreisen unterwegs zu sein. Wie auf einem Ufo gleite ich an den Zapfsäulen vorbei – wenn ich halte, dann vielleicht für eine Cola. Mehr verdient der Tankwärter heute nicht an mir.
Wirklich sparen kann man mit dieser Taktik aber leider noch nicht. 2.995 Euro muss man für einen E-Max 90 S inklusive Ladegerät hinblättern. Das ist rund doppelt so viel wie für einen herkömmlichen Roller. Für nüchterne Denker ist der zukunftsweisende Stromer also nichts, und das obwohl er auf 100 Kilometer nur cirka drei Kilowattstunden verbraucht. Im Gegensatz zu Rollern mit Verbrennungsmotor, die um die drei Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer verbrennen, ist das gar nichts.
So bleibt mir am Ende eines ungewöhnlichen und spannenden Testtages nur zu sagen, dass der E-Max definitiv sein Geld wert ist. Denn wer ein Zeichen setzen will, der lässt sich das auch etwas kosten.
Und die vielen, ruhigen und entspannenden Stunden auf dem E-Max sind sowieso unbezahlbar. Auch bei minus 20 Grad.
- sehr leise Geräuschkulisse
- geringer Stromverbrauch
- sehr geringe Unterhaltskosten
- Laden an handelsüblichen Steckdosen möglich
- sehr hohe Verarbeitungsqualität, insbesondere bei den Bremsen mit Stahlflex Bremsleitungen vorn und hinten
Negativ:
- hoher Anschaffungspreis
- eingeschränkte Reichweite
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