Toyota Prius: Geräuschlos zum Mars
von: Alternative Motion / jh
Ist er schon an? Das ist die erste Frage, die ich dem Instrukteur auf dem ADAC-Parcour in der Nähe von Frankfurt stelle. Drücke ich den Start-Knopf im neuen Toyota Prius, passiert zunächst nichts. Zumindest nichts, was ich hören könnte.
Fahrgefühl Skeptisch berühre ich also das Gaspedal, und siehe da – der neue Prius setzt sich sofort in Bewegung. Die ersten Meter rollt er völlig geräuschlos über die Asphalt-Strecke. Ein unheimliches Gefühl. Mit seiner digitalen Anzeige in der Mitte des Armaturenbretts und dem Head-up-Display mit der aktuellen Geschwindigkeit fühlt sich der umweltfreundliche Toyota wie ein Raumschiff an.
Schwerelos schwebe ich dahin, jederzeit bereit zum Mars zu fliegen. Oder mit einem Verbrauch von unter drei Litern auf 100 Kilometer über den Parcour zu fahren. Der wurde eigens von Toyota zur Verfügung gestellt, um zu verdeutlichen, wie leicht das Sparen im Prius fällt.
Obwohl die Strecke kurvenreich und mit deutlichen Steigungen versehen ist, kann man durch vorausschauendes Fahren auch mit bis zu 50 oder 60 Kilometer pro Stunde mühelos dahingleiten. Der Motor springt dabei kein einziges Mal an. Zumindest scheint das so bei gespenstischer Ruhe im Innenraum des Prius.
Motor Die Geräuschkulisse im Hybriden ist im Vergleich zum Vorgängermodell noch einmal verbessert worden, der 1,8 Liter Benziner säuselt ganz leise vor sich hin. Zum ersten Mal wird mir bewusst, wie sich Abrollgeräusche anhören.
Der Verbrennungsmotor ist nur bei starkem Beschleunigen im Innenraum wirklich zu vernehmen. 99 PS leistet allein der Vierzylinder, die Systemleistung wächst im Prius der dritten Generation von 113 auf satte 136 PS. In 10,4 Sekunden geht es im Toyota von Null auf 100 Kilometer pro Stunde, sanftes Cruisen steht dem Vollhybrid aber deutlich besser.
Bei der zweistündigen Testfahrt über die malerischen Landstraßen im Spessart kann ich fast die Vögel zwitschern hören. Der Prius macht es einem leicht, sich auf das reine Verkehrsgeschehen zu konzentrieren.
Innenraum Nicht einmal auf das mittig platzierte Display im Armaturenbrett muss ich schauen. Die aktuelle Geschwindigkeit wird mir mithilfe des serienmäßigen Head-up-Displays einfach in die Windschutzscheibe projiziert. Und schalte ich das Navigationssystem an, so sind auch diese Daten verfügbar. Eine falsche Interpretation der Ansagen wird so unmöglich, der Pfeil ist ja direkt vor meinen Augen.
Schaut man sich das Armaturenbrett trotzdem an, so wird man viele Features entdecken. Das mittige Display zeigt nicht nur die Geschwindigkeit und den Tankstand des Prius an, sondern auch den aktuellen Zustand der Batterie.
Sobald ich vom Gaspedal gehe, wird die Nickelmetallhydrid-Batterie geladen. Wenn ich beschleunige, unterstützt sie den Benzinmotor. Der durchschnittliche Verbrauch findet natürlich auch seinen Platz – immerhin dürfte Prius-Fahrern an dieser Angabe viel liegen.
Verbrauch Bei 4,7 Litern steht sie nach meiner Testfahrt, die geprägt war von Stadt und Land und einigen schnellen Beschleunigungen. Einem Wert von vier Litern dürfte im Alltagsgebrauch also nichts im Wege stehen – und das lässt aufhorchen.
Gerade im Vergleich zum Vorgänger. Dieser brachte mit einem hubraumschwächeren Motor weniger Leistung auf die Straße. Der Verbrauch ist dessen ungeachtet deutlich gesunken. Waren es im Toyota Prius der zweiten Generation noch 4,3 Liter, so sind es heute nur 3,9 Liter auf 100 Kilometer.
Fazit Dabei ist nicht nur der Verbrauch des Toyota gesunken. Auch der Anschaffungspreis liegt mit 24.950 Euro unter dem des Vorgängers. Der kostete mit weniger Ausstattung satte 600 Euro mehr.
Der Prius der dritten Generation bietet den Kaufinteressenten also für weniger Geld mehr Leistung bei gleichzeitig reduziertem Verbrauch. Was kann man da noch meckern? Das Paket könnte kaum besser sein, der neue Toyota Prius ist eine klare Kaufempfehlung wert.
- günstiger Verbrauch
- sehr leises Geräuschniveau
- umfangreiche Serienausstattung
- großes Platzangebot
Negativ:
- überladene mittige Anzeige
- schlechte Übersichtlichkeit nach hinten