Fiat Grande Punto Natural Power: Sparsame Schönheit
von: Alternative Motion / jh
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Klein, aber oho. Abgedroschen, aber wahr. Der Fiat Grande Punto Natural Power ist das wohl vollwertigste Auto mit umweltfreundlicher Technik in seiner Klasse. Viel Platz im Innenraum, schöne Armaturen und nicht zuletzt ein dynamisches Design – so muss ein Auto einfach aussehen.
Design Schön sportlich wirkt der kleine Fiat mit seinem zweigeteilten Kühlergrill, den weit in die Kotflügel reichenden Scheinwerfern und der geschwungenen Motorhaube. Die Details sind es, die den Grande Punto stimmig wirken lassen. Das sind die schön geformten Außenspiegel, die in Wagenfarbe lackierten Türgriffe, die knackigen Heckleuchten und die breite Kofferraumklappe. Es passt einfach alles. Kein Wunder – niemand geringeres als die Designer von Giugiaro haben sich dem italienischen Kleinwagen schließlich angenommen.
Und etwas geschaffen, was als Beschreibung wohl auch bestens zu den Fahrerinnen des schicken Fiat passt. Dieser Blick, dezent verführerisch, als wolle er sagen: „Fang mich“. Und genau das habe ich vor. Also nix wie rein in den Fiat und ab geht es.
Motor Naja, zumindest gemächlich. Der 1,4 Liter Vierzylinder strotzt nicht gerade vor Temperament. Wer will es ihm verübeln? Im Erdgasmodus leistet der Fiat 70 PS, auf Benzin sind es sieben mehr. Ein Sportwagen wird so nicht aus dem Grande Punto Natural Power. Aber das soll es ja auch nicht. Vielmehr ein Auto, dass in der Stadt und über Land ausreichend Leistung liefert und dabei kräftig spart.
Ziel erreicht. Untermotorisiert fühle ich mich im Natural Power Modell nicht. Die 16,9 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde im Gasbetrieb sehen auf dem Papier langsamer aus, als sie es eigentlich sind. Wenn der Punto beschleunigen muss, dann tut er es. Wenn nicht, dann gleitet er.
Schön leise zeigt sich der Motor im Innenraum. Kein nervtötendes Gedröhne, kein Mitleid erregendes Gurgeln bei niedrigen Drehzahlen. Die Leistungsentfaltung ist homogen, ebenso wie die Schaltung.
Komfort und Getriebe Zielgerichtet und leichtgängig lassen sich die fünf Gänge im Grande Punto schalten. Fahren könnte nicht einfacher sein. Verschaltet habe ich mich in den Testtagen mit dem Grande Punto nie. Und auch die Lenkung macht es einem leicht.
Mit dem fiattypischen Feature der City-Lenkung kommt man mühelos in jede noch so kleine Parklücke. Drückt man das Lenkrad-Symbol auf dem Armaturenbrett ein zweites Mal, vermittelt die Lenkung sofort wieder mehr Gefühl und ist bereit für die Landstraße.
Selbst hier ist komfortables Reisen kein Problem. Harte Stöße sind dem Grande Punto kein Begriff, sanft federt er über geflickte Asphaltteppiche. Vor langen Reisen muss man sich im Fiat Grande Punto Natural Power keine Sorgen machen. Auch nicht, weil die Dichte von Erdgastankstellen hoch ist.
Vorher schnell im Internet die Route ausgewählt und die Erdgastankstellen aufgeschrieben, und schon kann es losgehen. Das aufpreispflichtige Navigationssystem bietet dabei zwar keine hochauflösende Kartenanzeigen, die Spracherkennung funktioniert aber tadellos. Selbst abgelegene, ausgebaute Feldwege erkennt der Grande Punto in unserem Test.
Verbrauch Nach knapp 300 Kilometern heißt es dann Erdgas nachtanken. Unter lautem Gezische füllen sich die zwei im Unterboden liegenden Gastanks des Grande Punto Natural Power. 13 Kilogramm fassen sie zusammen und erhöhen so die Reichweite des bivalenten Fiat auf bis zu 1.000 Kilometer. Ein mächtiger Wert für ein kleines Auto.
Empfehlenswert ist die Ausreizung dieser Angabe aber nicht. Immerhin lässt sich auf Erdgas viel Geld sparen. Und die Umwelt schonen. Wer auf Erdgas fährt, der stößt nicht nur weniger CO2 aus, er belastet die Umwelt auch mit deutlich weniger Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen.
Im Gasbetrieb verbraucht der Grande Punto Natural Power laut Fiat 4,2 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer. Fährt man mit Benzin, so sind es 6,3 Liter Kraftstoff. In unserem Test konnte der Grande Punto dieses Versprechen zwar nicht ganz halten, mit einem Verbrauch von unter fünf Kilogramm Erdgas ist er aber dennoch schön sparsam. Und schön günstig.
Kosten Ein Kilogramm Erdgas kostet momentan zwischen 90 und 95 Cent – das entspricht Kraftstoffkosten von 4,50 Euro auf 100 Kilometer. Rechnet man den Verbrauch an normalem Kraftstoff gegen, so entspricht das einem Vorteil von cirka vier Euro auf 100 Kilometer.
Da ist der Aufpreis bei der Anschaffung zumindest für Vielfahrer schnell wieder in der Kasse.
Fazit 16.500 Euro verlangt Fiat laut Liste mindestens für das Natural Power Modell. Das sind genau 2.450 Euro mehr als der Grande Punto mit 1,4 Liter Benziner in der Dynamic-Ausstattung kostet. Bei einem Vorteil von vier Euro pro 100 Kilometer ist der Aufpreis so nach cirka 60.000 Kilometer wieder eingefahren. Und das schöne dabei: Jeder weitere Kilometer ist bares Geld wert.
- hohe Reichweite
- geringe Unterhaltungskosten
- gute Platzverhältnisse
- wertige Materialien im Innenraum
Negativ
- hoher Aufpreis im Vergleich zum Benzinmodell
- zu kleine digitale Erdgastankanzeige
Fiat, Grande Punto, Natural Power, Erdgasantrieb, Erdgas, bivalent