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VW Passat TSI EcoFuel: Umweltfreundlichkeit im Familienpaket

Datum: 01.05.2009
Testbrüder

Leise ist er. Komfortabel, ausgewogen, gutmütig. Perfekt für alle Lebenslagen. Und jetzt auch noch umweltfreundlich? Langsam wird der VW Passat, das Familienauto schlechthin, unheimlich. Keine Fehler hat dieses Auto, keine Schwächen, keine Mängel. Es fällt mir schwer, den Passat TSI EcoFuel zu kritisieren. Und das selbst nach vielen Kilometern.

Motor
Anfänglich trete ich dem kleinen 1,4 Liter Vierzylinder noch skeptisch entgegen. So ein kleiner Motor und so ein großes Auto – das Verhältnis kann nicht stimmen. Tut es aber doch. Mithilfe von Direkteinspritzung und doppelter Aufladung kitzelt Volkswagen satte 150 PS aus dem hubraumschwachen Aggregat. Einen Leistungsabfall vom Benzin- auf den Erdgasbetrieb wie bei anderen Fahrzeugen üblich, gibt es im Passat nicht.

Einen manuellen Umschalter zwischen den beiden Betriebsmodi auch nicht. Wer Gas im Tank hat, der fährt auch Gas – so sieht das VW. Und wer bitte fährt mit einem Erdgasfahrzeug auch schon freiwillig mit dem teureren Sprit? Vielleicht startet der 1,4 Liter Vierzylinder ja auch deswegen schon mit Erdgas. Wahrscheinlich aber eher wegen der neuen Kfz-Steuer. Hier lässt sich mit diesem kleinen Unterschied zu anderen Gasautos bares Geld sparen. Denn nur wer schon mit Erdgas startet, stößt ab der ersten Sekunde weniger Schadstoffe und Kohlendioxid aus – und muss in der Folge weniger Steuer zahlen.

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Der kleine Motor arbeitet indessen unbeeindruckt souverän und vor allen Dingen unauffällig unter der Haube des Passat. Dazu passend präsentiert sich die Kraftentfaltung des Vierzylinder. Dank der Unterstützung des Kompressors bei niedrigen Drehzahlen und dem einspringenden Turbo bei drehfreudiger Fahrweise ist die Leistungsentfaltung ungeahnt gleichmäßig. Der kleine Erdgas-Motor zieht einfach immer, ob bei 1.500 Umdrehungen oder bei 5.000. 220 Newtonmeter Drehmoment, die nahezu im ganzen Drehzahlband anliegen, machen es möglich. Netter Nebeneffekt ist schaltfaules Fahren vom Feinsten.

Getriebe
Der dritte Gang ist ein Allround-Talent. In Dreißiger Zonen, in geschlossenen Ortschaften oder auch auf der Landstraße – der Passat will bei niedriger Drehzahl einfach nicht entschlummern und bei Volllast auch nicht gequält aufheulen. Selten bin ich einen so ausgewogenen Motor gefahren.

Schade nur, dass sich die Schaltwege des manuellen Sechsganggetriebes hier als zu lang herausstellen. Die Schaltpausen, die dadurch entstehen, wollen zum harmonischen, gleichmäßigen Charakter des 1,4 Liter Motors nicht passen. Auch die präzise und leichtgängige Bedienung des Schaltknüppels kann das nicht mehr ausgleichen. Die Empfehlung geht also ganz klar in Richtung des Siebengang-DSG (Direktschaltgetriebe).

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So schnell wie das Doppelkupplungsgetriebe zu verschalten mag, schafft das selbst der beste Fahrer mit dem manuellen Sechsganggetriebe nicht. Dazu gesellt sich eine nochmalige Kraftstoffersparnis dank des zusätzlichen siebten Gangs und der ökonomisch schaltenden Software. Zusammen mit dem kräftigen Erdgas-Vierzylinder eine perfekte Kombination.

Verarbeitung / Platzangebot
Auch im Innenraum überzeugt der Passat TSI EcoFuel auf ganzer Linie. Wohin man auch schaut, Platzangebot und Verarbeitungsqualität sind auf höchstem Niveau. Über die Wertigkeit der Mittelkonsole, der Rundinstrumente, des Lenkrads und der Türeinfassungen muss man nicht lange reden – sie ist offensichtlich. Verbesserungspotential ist schwer zu finden, auch bei der Haptik der verarbeiteten Materialien.

Das Platzangebot präsentiert sich großzügig. Fahrer und Beifahrer sitzen bequem auf nicht zu weichen und nicht zu harten Sitzen, die genügend Seitenhalt bieten ohne dabei beengend in die Flanken zu drücken. Im Fond zeigt sich ein ganz ähnliches Bild: Die Platzverhältnisse sind mehr als ausreichend, im Passat Variant möchte man einfach nur reisen.

Genügend Ablagen für verschiedene Utensilien auf dem Weg in den Urlaub gibt es ohnehin. Nutzt man die vielen Becherhalter, dürfte man auch auf mehrtägigen Fahrten nicht verdursten. In Fahrer- und Beifahrertür passen jeweils eine 1,5 Liter Flasche, hinter dem Schaltknüppel nochmal zwei 0,5 Liter Getränke. Die Sonnenbrille verschwindet im in den Dachhimmel integrierten Fach, Atlas und Reiseführer in die Ablagefächer der hinteren Türen.

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Achja, und dann gibt es da natürlich auch noch einen Kofferraum. Aber aufzuzählen, was das mindestens 603 Liter fassende Gepäckabteil nicht alles schlucken könnte, sprengt hier ganz sicher den Rahmen.

Komfort
Groß geschrieben wird im VW Passat Variant TSI EcoFuel auch der Komfort. Die 21 Kilogramm fassenden Erdgastanks unter dem Kofferraum tun der sanften und harmonischen Federung keinen Abbruch. Um Schlaglöcher Slalom fahren und vor Bahngleisen auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen, um Gehirnerschütterungen vorzubeugen? Im Passat Variant schlicht unnötig. Selbst harte Schläge leitet der VW deutlich gedämpft in den Innenraum, Landstraße und Autobahn bewältigt der Familienkombi ohnehin mühelos.

Lediglich bei plötzlichen Lastwechseln kommt der Wunsch nach einer etwas strafferen Abstimmung auf. Im normalen Betrieb mit Einkauf, Familie oder Haustier an Bord dürfte das aber wenig ins Gewicht fallen.

Kraftstoffverbrauch / Reichweite
Vielmehr dagegen die laufenden Kosten – das Argument überhaupt für den Passat TSI EcoFuel. Mit seinen 21 Kilogramm fassenden Erdgastanks kommt der Volkswagen mit einem Verbrauch von 5,5 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer in unserem Test knapp 400 Kilometer weit. Wer den von VW angegebenen Verbrauch von 4,6 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer schafft, der fährt sogar cirka 450 Kilometer ohne Erdgas-Tankstopp.

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Nicht berücksichtigt ist dabei die Reichweite des 31 Liter fassenden Benzintanks. Noch einmal 430 Kilometer kann man mit diesem laut VW fahren. Das entspricht einer Gesamtreichweite von bis zu 880 Kilometern und steht damit einem reinem Benzinfahrzeug in nichts nach. Und in einem vor – den Kosten.

Kosten
Knapp einen Euro kostet das Kilogramm Erdgas. In unserem Test legte der VW Passat Variant TSI EcoFuel so 100 Kilometer für knapp 5,33 Euro zurück. Zum Vergleich: Ein mit 160 PS ähnlich starker Passat 1.8 TSI verbraucht laut VW 7,8 Liter Super auf 100 Kilometer. Bei einem Literpreis von 1,22 Euro ergibt das Kraftstoffkosten von gut 9,50 Euro auf 100 Kilometer. Deutlicher könnte diese Rechnung kaum ausfallen.

Und das kann auch der satte Aufpreis für den Erdgas-Passat nicht aufheben. 31.125 Euro muss man für den VW Passat Variant TSI EcoFuel mindestens hinlegen. Das sind 2.575 Euro mehr als für den 160 PS starken Passat Variant 1.8 TSI.

Bei nahezu doppelten Kraftstoffkosten ist dieser Mehrpreis bereits nach relativ wenig Kilometern wieder eingefahren. Ganz unbeeindruckt vom wahrscheinlich deutlich besseren Wiederverkaufswert des Passat Variant TSI EcoFuel.

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Tankstellendichte
Und wer meint, er könne den VW jetzt noch mit einem komplizierten Tankvorgang oder der unzureichenden Dichte von Erdgastankstellen ausstechen, der hat schon verloren.

Erdgas tanken – das könnte nur schwer einfacher sein. Tankstutzen nehmen, ansetzen, Startknopf drücken, laufen lassen. Spritgestank oder bekleckertes Auto gehören der Vergangenheit an. Ebenso wie die Mythen um ein schlechtes Erdgas-Tankstellennetz.

Wer sich im Passat TSI EcoFuel das Navigationssystem bestellt, ist klar im Vorteil. Im Umkreis von 100 Kilometern findet es nur selten weniger als 70 Erdgastankstellen. Nach der Entfernung aufgelistet fährt man so vom Navi geleitet nur wenige Kilometer bis zur nächsten Gas-Station.

Positiv:
  • gleichmäßige Kraftentfaltung
  • sehr gute Verarbeitungsqualität
  • großes Platzangebot
  • komfortable Federung
  • geringer Erdgasverbrauch

Negativ:
  • zu lange Schaltwege
  • hoher Anschaffungspreis
Testbrüder / tb

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Kommentare

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Michael Sonntag
03.05.2009
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Ich bin richtig begeistert von diesem Bericht. Ihre Art zu schreiben und die Fakten lebhaft darzustellen finde ich super. Weiter so..
 
Wilhelm Drepper
14.06.2009
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Ich fahre den Passat ecofuel in der DSG-7-Gang-Automatik-Version seit 4 Wochen und kann den Testbericht voll bestätigen. Auch ich bin begeistert.
 
Bernhard Rupprecht
24.06.2009
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Ich fahre den Passat ecofuel siet Mitte April mit Schaltegetriebe Nach ca. 4500km erreichte ich einen Druchschnittsverbrauch von ca. 5 kg Erdagas. Da macht das Fahren äh tanken wieder Freude
 
Jethro Machacek
28.12.2009
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Fahre den Passat ecofuel seit März 2009 fast 50.000 km mit Automatik DSG und bin begeistert. Durschnittsverbrauch bei ca. 5,7 Kg, fahre aber oft auch 200 auf der Autobahn. Wünsche mir nur einen größeren Erdgastank.
 
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